Anfassen kann sie reichlich in der Vorentwicklung. Auf ihrer Visitenkarte steht „Advanced Development Automotive Division SSL“. Jasmin arbeitet dort, wo OSRAM jährlich mehr als vier Millionen Autolampen produziert, in Herbrechtingen. Mit dem Physik-Bachelor in der Tasche war sie zunächst an die TU Darmstadt gegangen, um dort ihren Master in Engineering Physics zu machen. Anschließend suchte sie ein Unternehmen, in dem ihre Optikkenntnisse gefragt waren. Sie entdeckte eine Stellenausschreibung für ihren Traumjob. So kam sie vor fünf Jahren zu OSRAM.

Start in der Anwendung

Die ersten 18 Monate verbrachte Jasmin in der Applikation. Hier werden bereits entwickelte Lichtquellen zu einem oder mehreren Endprodukten weiterentwickelt. Gemeinsam mit ihren Kollegen überlegte sie sich nicht nur, wie die Anwendungen aussehen könnten, sondern half im Team auch ihren Kunden auf der Suche nach dem passenden Design für die jeweilige Lichtquelle. Design-In-Support nennt man das. „Man gibt dem Kunden Tipps, welche verschiedenen Lichtfunktionen er realisieren und wie man das Produkt gestalten könnte“, erklärt Jasmin.

Dann verlagerten sich ihre Aufgaben zusehends in die Vorentwicklung. „Jetzt vermesse ich die Lichtquellen, die wir entwickeln, optisch.“ Mit anderen Worten: Jasmin prüft, ob sich die Ideen, die sie gemeinsam mit den Kollegen ersonnen hat, auch umsetzen lassen. „Wir konstruieren immer wieder neue Lichtquellen, die es so noch nicht gab. Und dann entwerfen und bauen wir Prototypen und schauen, ob sie so funktionieren, wie wir uns das gedacht haben, indem wir ihre optischen Kenngrößen messen. Wir prüfen unter anderem, ob tatsächlich so viel Licht rauskommt, wie wir im Vorfeld simuliert haben, in welcher Richtung das Licht rauskommt und welche Farbe es besitzt.“

„Mein Job macht mir sehr viel Spaß. Ich kann hier alle Facetten meiner Persönlichkeit einfließen lassen.“

Jasmin Muster
Entwicklungsingenieurin
Specialty Lighting Automotive

Messen unter sicheren Bedingungen

Fünf Laserlabore hat Jasmin in den letzten Jahren in Herbrechtingen aufgebaut – eine große Aufgabe für einen Menschen, der noch am Anfang seiner Karriere steht. Laserlicht für Fahrzeuge ist seit etwa zwei Jahren ein ganz heißes Thema. Eine entsprechend wichtige Rolle spielt es in der Vorentwicklung. „Beim Umgang mit nackten Laserdioden, die später zu Lichtmodulen weiterverarbeitet werden, ist die Sicherheit eine große Herausforderung“, erläutert sie. „Man muss den Raum, in dem man Messungen und Tests vornimmt, so gestalten, dass niemand in den Lichtstrahl hineinlaufen und sich die Augen verbrennen kann.“

Jasmin hat es nie bereut, zu OSRAM gekommen zu sein. „Mein Job macht mir sehr viel Spaß. Ich kann hier alle Facetten meiner Persönlichkeit einfließen lassen“, erklärt sie, die sich selbst als perfektionistische Kreative oder auch kreative Perfektionistin bezeichnet. „In meiner Funktion muss ich in mancher Hinsicht sehr strukturiert und organisiert sein. Sonst gäbe es Chaos. Andererseits geht es gerade in der Vorentwicklung nicht ohne Kreativität. Schließlich sitzen wir oft zusammen und überlegen gemeinsam, was wir als Nächstes aushecken können.“

Vom Labor auf die Rennstrecke

Wenn am Ende des gemeinsamen kreativen Prozesses dann eine neue Lichtquelle entsteht, sei das schon ein ziemlich cooles Gefühl, erläutert Jasmin. Und noch viel cooler ist es, wenn man das eigene „Baby“ dann auch noch in der Praxis im Einsatz sieht. So wie das Lasermodul, das Jasmin gemeinsam mit ihren Kollegen entwickelt hatte und das in einem Motorsportwagen verbaut wurde. „Wir hatten die Idee und haben die Prototypen gebaut“, sagt sie. „Wenn man dann sieht, wie unsere Erfindung in einem Rennauto rumflitzt, macht einen das schon ein bisschen stolz.“

"Licht ist meine Inspiration
Denn hier trifft Forschergeist auf Rückenwind.
So entwickeln wir Ideen."

Jasmin Muster
Entwicklungsingenieurin
Specialty Lighting Automotive

Schlagworte für Aushecken, Prototypen bauen, messen, stolz sein

Kollegen Forschung und Entwicklung LED